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Patents

  1. Advanced Patent Search
Publication numberWO2016062467 A1
Publication typeApplication
Application numberPCT/EP2015/071434
Publication date28 Apr 2016
Filing date18 Sep 2015
Priority date23 Oct 2014
Publication numberPCT/2015/71434, PCT/EP/15/071434, PCT/EP/15/71434, PCT/EP/2015/071434, PCT/EP/2015/71434, PCT/EP15/071434, PCT/EP15/71434, PCT/EP15071434, PCT/EP1571434, PCT/EP2015/071434, PCT/EP2015/71434, PCT/EP2015071434, PCT/EP201571434, WO 2016/062467 A1, WO 2016062467 A1, WO 2016062467A1, WO-A1-2016062467, WO2016/062467A1, WO2016062467 A1, WO2016062467A1
InventorsKonstantin Goutsis, Gabriele Weser
ApplicantHenkel Ag & Co. Kgaa
Export CitationBiBTeX, EndNote, RefMan
External Links: Patentscope, Espacenet
Temporäre farbveränderung von haaren mit pigmenten, alkoholen und zwitterionischen bzw. kationischen polymeren
WO 2016062467 A1
Abstract
Gegenstand der Erfindung sind Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger: (a) mindestens einen aliphatischen und/oder aromatischen Alkohol mit 2 bis 8 C-Atomen; (b) mindestens ein Farbpigment und (c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I) enthält, wobei die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.
Claims  (OCR text may contain errors)
Patentansprüche
1. Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger
(a) mindestens einen aliphatischen und/oder aromatischen Alkohol mit 2 bis 8 C-Atomen
(b) mindestens ein Farbpigment und
(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I) enthält,
wobei
- die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.
2. Mittel nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es einen oder mehrere Alkohole (a) aus der Gruppe Ethanol, Isopropanol, n-Propanol, Butanol, n-Pentanol, 1 ,2-Propandiol, 1 ,3- Propandiol, 1 ,3-Butandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,2-Hexandiol, 1 ,6-Hexandiol, Glycerin, Benzylalkohol, Phenoxyethanol und Phenylethylalkohol enthält.
3. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - einen oder mehrere Alkohole (a) in einer Gesamtmenge von mindestens 10,0 Gew.-%, bevorzugt von mindestens 20,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von mindestens 30,0 Gew.-%, noch weiter bevorzugt von mindestens 40,0 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von mindestens 50,0 Gew.-% enthält
4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - mindestens 15,0 Gew.-%, bevorzugt mindestens 25,0 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 35,0 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens 45,0 Gew.-% Ethanol enthält.
5. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - 1 ,2-Propandiol und/oder Glycerin in einer Gesamtmenge von 0, 1 bis 7,0 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 5,5 Gew.-%, weiter bevorzugt 1 ,0 bis 3,5 Gew.-% und besonders bevorzugt 1 ,5 Gew.-% bis 2,5 Gew.-% enthält.
6. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - einen Wassergehalt zwischen 20 und 60 Gew.-%, bevorzugt zwischen 24 und 54 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 28 und 50 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 32 und 42 Gew.-% besitzt.
7. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es als Farbpigment (b) mindestens ein anorganisches Farbpigment enthält, welches ausgewählt ist aus farbigen Metalloxiden, Metallhydroxiden, Metalloxidhydraten, Silicaten, Metallsufiden, komplexen Metallcyaniden, Metallsulfaten, Bronzepigmenten und/oder aus farbigen Pigmenten auf Mica- oder Glimmerbasis, die mit mindestens einem Metalloxid und/oder einem Metalloxychlorid beschichtet sind.
8. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es als Farbpigment (b) mindestens ein farbiges Pigment auf Mica- oder Glimmerbasis enthält, das mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet ist.
9. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - ein oder mehrere Farbpigmente (b) in einer Gesamtmenge von 1 ,0 bis 25,0 Gew-%, bevorzugt von 5,0 bis 20,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von 7,0 bis 18,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 8,5 bis 15,5 Gew.-% enthält.
10. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer (c) enthält, das zu mindestens 20 Mol-%, bevorzugt zu mindestens 25 Mol-%, weiter bevorzugt zu mindestens 30 Mol%, und besonders bevorzugt zu mindestens 80 Mol-% Struktureinheiten der Formel (I) enthält.
1 1. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer (c) enthält, welches zusätzlich mindestens eine Struktureinheit der Formel (II) und/oder mindestens eine Struktureinheit der Formel (III) enthält, wobei
- der Rest R in jeder der Formeln unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder für eine Methylgruppe steht und
- der Rest M für ein Wasserstoffatom oder ein Äquivalent eines ein- oder mehrwertigen Kations von Natrium, Kalium, Magnesium oder Calcium steht.
12. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es als Polymer (c) ein kationisches Polymer enthält.
13. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - ein oder mehrere kationische und/oder zwitterionische Polymere (c) in einer Gesamtmenge von 0,1 bis 10,0 Gew-%, bevorzugt von 0,5 bis 5,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von 0,8 bis 3,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 1 ,4 bis 2,6 Gew.-% enthält.
14. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis aus allen im Mittel enthaltenden Farbpigmenten (b) zu allen im Mittel enthaltenen Polymeren (c), d.h. das Gewichtsverhältnis (b)/(c), bei einem Wert von 1 ,0 bis 6,0, bevorzugt von 2,0 bis 5,5, weiter bevorzugt von 2,5 bis 5,0 und besonders bevorzugt von 3,0 bis 4,5 liegt.
15. Verfahren zur temporären Färb- und Formveränderung von Haaren, worin ein Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 14, welches in Form eines Pump-Sprays oder Aerosol-Sprays konfektioniert ist, auf die trockenen Haare gesprüht wird und das Haar vor oder während der Applikation zur Frisur gelegt wird
Description  (OCR text may contain errors)

"Temporäre Farbveränderung von Haaren mit Pigmenten, Alkoholen und zwitterionischen bzw. kationischen Polymeren"

Gegenstand der vorliegenden Anmeldung sind Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, welche auf einem wässrig-alkoholischen Träger basieren und welche Farbpigmente und spezielle kationische und/oder zwitterionische Polymere beinhalten. Kennzeichnend für diese Mittel ist ihr niedriger Gehalt an Fettstoffen. Ein weiterer Gegenstand dieser Anmeldung ist ein Verfahren zur Farbänderung und zum Styling der Haare, wobei ein entsprechendes Mittel auf die Haare aufgesprüht wird und die Haare gleichzeitig zur Frisur gelegt werden.

Die Veränderung von Form und Farbe von keratinischen Fasern, insbesondere von Haaren, stellt einen wichtigen Bereich der modernen Kosmetik dar. Zur Veränderung der Haarfarbe kennt der Fachmann je nach Anforderung an die Färbung diverse Färbesysteme. Für permanente, intensive Färbungen mit guten Echtheitseigenschaften und guter Grauabdeckung werden üblicherweise Oxidationsfärbemittel verwendet. Solche Färbemittel enthalten üblicherweise Oxidationsfarbstoff- vorprodukte, sogenannte Entwicklerkomponenten und Kupplerkomponenten, die unter dem Einfluss von Oxidationsmitteln wie beispielsweise Wasserstoffperoxid untereinander die eigentlichen Farbstoffe ausbilden. Oxidationsfärbemittel zeichnen sich durch sehr lang anhaltende Färbeergebnisse aus.

Bei dem Einsatz von direktziehenden Farbstoffen diffundieren bereits fertig ausgebildete Farbstoffe aus dem Färbemittel in die Haarfaser hinein. Im Vergleich zur oxidativen Haarfärbung weisen die mit direktziehenden Farbstoffen erhaltenen Färbungen eine geringere Haltbarkeit und schnellere Auswaschbarkeit auf. Färbungen mit direktziehenden Farbstoffen verbleiben üblicherweise für einen Zeitraum zwischen 5 und 20 Haarwäschen auf dem Haar.

Im Rahmen moderner Modetrends besteht auch das Bedürfnis von Farbeffekten, die für einen kurzen Zeitraum auf dem Haar verbleiben und sich im Anschluss daran durch eine Haarwäsche wieder völlig rückstandslos von den Haaren entfernen lassen. Direktziehende Farbstoffe diffundieren mehr oder weniger stark in die Haarfaser hinein und überdauern dort mehrere Haarwäschen; zur rückstandslosen Entfernung des Farbeffektes ist diese Farbstoffklasse daher nicht gut geeignet.

Für eine kurzzeitige Farbveränderungen auf dem Haar ist der Einsatz von Farbpigmenten bekannt. Unter Farbpigmenten werden im Allgemeinen unlösliche, farbgebende Substanzen verstanden. Diese liegen ungelöst in Form kleiner Partikel in der Färbeformulierung vor; diese Partikel lagern sich lediglich von außen an die Haarfaser an. Dort verbleiben sie bis zur nächsten Haarwäsche und lassen sich durch Shampoonieren wieder rückstandslos entfernen. Unter dem Namen Haar-Mascara sind verschiedene Produkte dieses Typs auf dem Markt erhältlich.

Da die Entfernung der Haar-Mascaras durch eine Haarwäsche möglich ist, sind sie im Regelfall als „leave-on" Produkte konzipiert. Von besonderem Vorteil ist es für den Anwender eines„leave-on" Produktes, wenn er gleichzeitig mit der temporären Farbänderung auch eine leichte temporäre Formgebung der Haare vornehmen kann. Als temporäre Formgebungen kommen beispielsweise Gestaltungen wie Lockung, Glättung, Toupierung oder auch Festigung in Frage. Temporäre Formgebungen können beispielsweise durch Stylingmittel, wie Haarsprays, Haarwachse, Haargele, Haarfestiger, Fönwellen, Stylingsprays usw. erzielt werden. Das temporäre Formgeben wird auch als Hair-Styling oder Styling bezeichnet, Formgebungsmittel werden auch als Stylingmittel bezeichnet.

Produkte, welche die gleichzeitige Färb- und Formänderung erlauben, sind bereits aus dem Stand der Technik bekannt. Beispielsweise werden in WO 99/20230 A2 Haar-Mascara Produkte beschrieben, welche Pigmente zusammen nichtionischen Polymeren und hochschmelzenden Wachse enthalten.

Auch WO 2014/146818 A1 offenbart Stylingmittel mit Pigmenten, die sich durch die Anwesenheit von festen Fettalkoholen und Wachsen auszeichnen.

Die in diesen Produkten enthaltenen Fett- und Wachsbestandteile dienen meist der Einstellung einer bestimmten Trocknungszeit, durch die der Konsument zwar das Gefühl trockener Haare erfährt, der auf das Haar aufgetragene Mascara aber eine Restfeuchte beibehält, durch welche die Frisur formbar und kämmbar bleibt.

Gerade bei auf den Haaren verbleibenden Produkten besteht jedoch oft auch das Problem, dass die Haare durch die Anwesenheit der Fettkörper beschwert werden. Visuell entsteht der Eindruck von „fettigem Haar", und die festigenden Eigenschaften dieser Produkte sind vergleichsweise schlecht. Bei Kombinationsprodukten zur Farbänderung und zum Styling besteht daher weiterhin noch Verbesserungspotential.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand in der Bereitstellung eines vielfältig einsetzbaren Haar-Mascara Produktes, welches die temporäre Farbänderung von Haaren ermöglicht. Das Haar- Mascara sollte so konfektionierbar sein, dass es mittels eines Schwamms, über eine Bürste und auch auf dem Wege einer Sprühapplikation aufgetragen werden kann. Die Farbänderung sollte hierbei einfach und schädigungsarm erfolgen und durch eine Wäsche auch wieder rückstandlos von den Haaren entfernbar sein. Bis zum Zeitraum der nächsten Haarwäsche sollte das auf den Haaren befindliche Produkt gegenüber äußeren Einflüssen jedoch äußerst resistent sein, d.h. weder durch Abrieb auf Textilien noch durch Kämmen sollte ein Farbverlust oder eine sonstige Ablösung des Produktes sichtbar werden. Gleichzeitig sollte das auf diese Weise farbveränderte Haar einen weichen Griff aufweisen, nicht beschwert sein, sich nicht hart oder fettig anfühlen und auch visuell nicht den Eindruck von fettigen Haaren hinterlassen.

Überaschenderweise hat sich gezeigt, dass diese Aufgaben durch Einsatz von Farbpigmenten und bestimmten kationischen und/oder zwitterionischen Polymeren gelöst werden kann, wenn diese in einem speziellen wässrig-alkoholischen Träger eingesetzt werden, der sich durch einen niedrigen Gehalt an Fettkörpern auszeichnet. Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens einen aliphatischen und/oder aromatischen Alkohol mit 2 bis 8 C-Atomen

(b) mindestens ein Farbpigment und

(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I) enthält,

wobei

- die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.

Unter keratinischen Fasern, keratinhaltigen Fasern oder Keratinfasern sind Pelze, Wolle, Federn und insbesondere menschliche Haare zu verstehen. Obwohl die erfindungsgemäßen Mittel in erster Linie zum Aufhellen und Färben von Keratinfasern geeignet sind, steht prinzipiell einer Verwendung auch auf anderen Gebieten nichts entgegen.

Der Begriff„temporäre Farbveränderung" wird im Rahmen dieser Erfindung für eine temporäre Farbgebung des Haares verstanden, die sich durch eine Haarwäsche (mit einem handelsüblichen Shampoo) vollständig oder nahezu vollständig entfernen lässt. Nicht unter den Begriff temporäre Farbveränderung im Sinne der vorliegenden Erfindung fällt eine mit Oxidationsfarbstoffen vorgenommene oxidative Färbung. Ebenfalls nicht unter den Begriff temporäre Farbveränderung fällt eine durch Anwendung eines Oxidationsmittels hervorgerufene Aufhellung, Bleiche oder Blondierung der Keratinfasern. Sowohl der durch die oxidative Farbänderung und der durch die Blondierung hervorgerufene Effekt lässt sich durch eine Haarwäsche nicht wieder rückgängig machen, diese Farbänderungen sind daher nicht temporär.

Die Mittel enthalten die erfindungswesentlichen Inhaltsstoffe jeweils in einem wässrigen kosmetischen Träger. Zum Zwecke der temporären Färb- und Formänderung können solche Träger beispielsweise Gele oder auch tensidhaltige schäumende Lösungen, wie beispielsweise Shampoos, sprühbare Lösungen, Schaumaerosole oder Schaumformulierungen sein.

Als ersten erfindungswesentlichen Inhaltsstoff (a) enthalten die erfindungsgemäßen Mittel mindestens einen aliphatischen und/oder aromatischen Alkohol mit 2 bis 8 C-Atomen. Aliphatische und/oder aromatische Alkohole mit 2 bis 8 C-Atomen sind Verbindungen, welche 2 bis 8 C-Atome besitzen, aliphatischer und/oder aromatischer Natur sind und eine oder mehrere Hydroxygruppen tragen. Die Alkohole (a) im Sinne der vorliegenden Erfindung tragen keine von Sauerstoff unterschiedlichen Heteroatome. Sie können eine Ethergruppierung beinhalten, besitzen darüber hinaus jedoch keine funktionellen Gruppen, die von der Hydroxygruppe-Gruppe unterschiedlich sind (d.h. Monoethanol- amin, alpha-Hydroxycarbonsäuren, Dihydroxyaceton usw. sind keine Alkohole im Sinne der vorliegenden Erfindung).

Geeignete aliphatische Alkohole sind beispielsweise Ethanol, Isopropanol, n-Propanol, Butanol, n- Pentanol, 1 ,2-Propandiol, 1 ,3-Propandiol, 1 ,3-Butandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,2-Hexandiol, 1 ,6-Hexan- diol und Glycerin. Geeignete aromatische Alkohole sind beispielsweise Benzylalkohol, Phenoxy- ethanol und Phenylethylalkohol.

In einer Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel zur temporären Farbänderung von keratinischen Fasern dadurch gekennzeichnet, dass es einen oder mehrere Alkohole (a) aus der Gruppe Ethanol, Isopropanol, n-Propanol, Butanol, n-Pentanol, 1 ,2-Propandiol, 1 ,3-Propandiol, 1 ,3- Butandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,2-Hexandiol, 1 ,6-Hexandiol, Glycerin, Benzylalkohol, Phenoxyethanol und Phenylethylalkohol enthält.

Bei den erfindungsgemäßen Alkoholen (a) handelt es sich um organische Lösungsmittel, die zur Lösung des erfindungsgemäßen kationischen bwz. zwitterionischen Polymers (c) beitragen und nach Auftragung des Mittels auf die keratinische Faser die Geschwindigkeit der Filmbildung der Polymere (c) beeinflussen. Es hat sich herausgestellt, dass diese Filmbildung dann besonders gut abläuft und besonders gleichmäßig ist, wenn der oder die Alkohole in einer Mindestmenge von mindestens 10,0 Gew.-% im Mittel enthalten sind. Die besten Ergebnisse wurden bei einer Alkoholmenge von mindestens 40 Gew.-% beobachtet. Alle Mengenangaben in Gew.-% sind hierbei auf die Gesamtmenge aller erfindungsgemäßen Alkohole (a) bezogen, die zum Gesamtgewicht des Mittels in Relation gesetzt wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - einen oder mehrere Alkohole (a) in einer Gesamtmenge von mindestens 10,0 Gew.-%, bevorzugt von mindestens 20,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von mindestens 30,0 Gew.-%, noch weiter bevorzugt von mindestens 40,0 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt von mindestens 50,0 Gew.-% enthält.

Bei den Alkoholen aus der Gruppe (a) handelt es sich um Verbindungen, die verschieden hohe Siedepunkte besitzen und verschieden stark flüchtig sind. Es hat sich herausgestellt, dass Ethanol innerhalb dieser Gruppe die beste Eignung besitzt. Wenn die Mittel signifikante Mengen an Ethanol enthalten, werden die auf der Keratinfaser abgelagerten Pigmente von einem Polymerfilm der Polymere (c) umschlossen, der so ausgebildet ist, dass die Pigmente besonders gut auf der Keratinfaser haften. In diesem Fall ist das Farbergebnis besonders gleichmäßig und der durch Reibung an Textilien hervorgerufene Abrieb der Pigmente minimiert.

In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - mindestens 15,0 Gew.-%, bevorzugt mindestens 25,0 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 35,0 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens 45,0 Gew.-% Ethanol enthält. Noch weiter verbessert werden können die zuvor beschriebenen Eigenschaften, wenn dem Ethanol ein weiterer mehrwertiger Alkohol mit geringerer Flüchtigkeit, beispielsweise 1 ,2-Propandiol oder Glycerin, zugesetzt wird.

In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - 1 ,2-Propandiol und/oder Glycerin in einer Gesamtmenge von 0, 1 bis 7,0 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 5,5 Gew.-%, weiter bevorzugt 1 ,0 bis 3,5 Gew.-% und besonders bevorzugt 1 ,5 Gew.-% bis 2,5 Gew.-% enthält. Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten alle wesentlichen Bestandteile in einem wässrigen Träger. Durch den Wassergehalt des Mittels lasst sich die Ablagerung der Pigmente auf den Keratinfasern und die Filmbildung der Poylmere (c) ebenfalls beeinflussen. Ist der Wassergehalt zu hoch, besteht die Gefahr, dass das Produkt nicht ausreichend schnell trocknet. Insbesondere wenn die Mittel auf eine niedrigere Viskosität eingestellt werden (beispielsweise weil sie versprüht werden sollen), kann dass das Farbergebnis dann ungleichmäßiger ausfallen. Als gut geeignet hat sich in diesem Zusammenhang ein Wassergehalt zwischen 20 und 60 Gew.-%, bevorzugt zwischen 24 und 54 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 28 und 50 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 32 und 42 Gew.-% herausgestellt. Der in Gew.-% angegebene Wassergehalt bezieht sich hierbei auf die Menge an Wasser, die im Gesamtgewicht des Mittels enthalten ist.

In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel zur temporären Farbveränderung daher dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - einen Wassergehalt zwischen 20 und 60 Gew.-%, bevorzugt zwischen 24 und 54 Gew.-%, weiter bevorzugt zwischen 28 und 50 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 32 und 42 Gew.-% besitzt.

Als zweiten erfindungswesentlichen Bestandteil enthalten die Mittel zur temporären Farbveränderung mindestens ein Farbpigment (b). Unter einem Pigment im Sinne der vorliegenden Erfindung wird eine farbgebende Verbindung verstanden, die bei 20 °C in Wasser eine Löslichkeit von weniger als 0,1 g/l besitzt.

Die folgende Methode lässt sich zur Bestimmung der Wasserlöslichkeit des Pigments anwenden: 0,1 g des Pigments werden in einem Becherglas abgewogen. Ein Rührfisch wird hinzugefügt. Dann wird mit destilliertem Wasser (20 °C) auf 1 I aufgefüllt. Es wird für eine Stunde gerührt. Sind in der Mischung nach diesem Zeitraum noch ungelöste Bestandteile des Pigments sichtbar, so liegt die Löslichkeit des Pigments unterhalb von 0,1 g/l.

Mit den erfindungsgemäßen Mitteln soll eine temporäre Farbgebung erfolgen. Im Vordergrund steht hierbei insbesondere die Erzeugung von„metallic" Effekten. Nicht unter die Definition der Farbpigmente fallen daher die Weißpigmente. Weißpigmente sind unbunte anorganische Pigmente mit einem hohen Brechungsindex (idR größer 1 ,8), die in der Regel synthetisch hergestellt und vor allem zur Erzeugung von optischer Weiße in Anstrichmitteln oder als Füllstoff in z. B. Kunststoffen verwendet werden. Weißpigmente wie beispielsweise Titandioxid oder Zinkdioxid sind von der Definition eines Farbpigments explizit nicht mit umfasst. In den Mitteln liegen die Farbpigmente in Form von kleinen ungelösten Partikeln vor, die nicht in die Haarfaser hineindiffundieren, sondern sich unter Einfluss des Polymers (c) auf der Außenwand der Keratinfaser ablagern und dort durch eine Polymerschicht gehalten werden.

Geeignete Farbpigmente können organischen und/oder anorganischen Ursprungs sein. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Licht-, Wetter- und/oder Temperaturbeständigkeit ist die Verwendung anorganischer Farbpigmente in dem erfindungsgemäßen Verfahren besonders bevorzugt. Die bevorzugte mittlere Teilchengröße der - bevorzugt anorganischen - Farbpigmente beträgt 0,1 μιη bis 1 mm, mehr bevorzugt von 0,5 μιη bis 750 μιη und insbesondere 10 μιη bis 500 μιη.

Bevorzugte Farbpigmente sind ausgewählt aus anorganischen Pigmenten, die synthetischen oder natürlichen Ursprungs sein können. Anorganische Farbpigmente natürlichen Ursprungs können beispielsweise aus Kreide, Ocker, Umbra, Grünerde, gebranntem Terra di Siena oder Graphit hergestellt werden. Weiterhin können als anorganische Farbpigmente Schwarzpigmente wie z. B. Eisenoxidschwarz, Buntpigmente wie z. B. Ultramarin oder Eisenoxidrot sowie Fluoreszenz- oder Phosphoreszenzpigmente eingesetzt werden.

Besonders geeignet sind farbige Metalloxide, -hydroxide und -oxidhydrate, Mischphasenpigmente, schwefelhaltige Silicate, Silicate, Metallsulfide, komplexe Metallcyanide, Metallsulfate, -Chromate und/oder -molybdate. Insbesondere bevorzugte Farbpigmente sind schwarzes Eisenoxid (Cl 77499), gelbes Eisenoxid (Cl 77492), rotes und braunes Eisenoxid (Cl 77491 ), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (CI77289), Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, CI77510) und/oder Carmine (Cochineal).

Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Farbigmente sind farbige Perlglanzpigmente. Diese basieren üblicherweise auf Mica- und/oder Glimmerbasis und können mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet sein.

Glimmer gehören zu den Schicht-Silicaten. Die wichtigsten Vertreter dieser Silicate sind Muscovit, Phlogopit, Paragonit, Biotit, Lepidolith und Margarit. Zur Herstellung der Perlglanzpigmente in Verbindung mit Metalloxiden wird der Glimmer, überwiegend Muscovit oder Phlogopit, mit einem Metalloxid beschichtet.

Alternativ zu natürlichem Glimmer kann auch ggfs. mit einem oder mehreren Metalloxid(en) beschichtetes, synthetisches Mica als Perlglanzpigment verwendet werden. Solche geeigneten Perlglanzpigmente auf der Basis natürlichen Micas werden in der Offenlegungsschrift WO 2005/065632 beschrieben, auf die ausdrücklich Bezug genommen wird. Besonders bevorzugte Perlglanzpigmente basieren auf natürlichem oder synthetischem Mica (Glimmer) und sind mit einem oder mehreren der zuvor genannten Metalloxide beschichtet. Die Farbe der jeweiligen Pigmente kann durch Variation der Schichtdicke des oder der Metalloxids(e) variiert werden. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass es als Farbpigment (b) mindestens ein anorganisches Farbpigment enthält, welches ausgewählt ist aus farbigen Metalloxiden, Metallhydroxiden, Metalloxidhydraten, Silicaten, Metallsufiden, komplexen Metallcyaniden, Metallsulfaten, Bronzepigmenten und/oder aus farbigen Pigmenten auf Mica- oder Glimmerbasis, die mit mindestens einem Metalloxid und/oder einem Metalloxychlorid beschichtet sind.

In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass es als Farbpigment (b) mindestens ein farbiges Pigment auf Mica- oder Glimmerbasis enthält, das mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium- Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet ist.

Beispiele für besonders geeignete Farbpigmente sind im Handel beispielsweise unter den Handelsbezeichnungen Rona®, Colorona®, Dichrona® und Timiron® von der Firma Merck, Ariabel® und Unipure® von der Firma Sensient, Prestige® von der Firma Eckart Cosmetic Colors und Sunshine® von der Firma Sunstar erhältlich.

Ganz besonders bevorzugte Farbigmente mit der Handelsbezeichnung Colorona® sind beispielsweise:

Colorona Copper, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Passion Orange, Merck, Mica, Cl 77491 (Iron Oxides), Alumina

Colorona Patina Silver, Merck, MICA, Cl 77499 (IRON OXIDES), Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE)

Colorona RY, Merck, Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), MICA, Cl 75470 (CARMINE)

Colorona Oriental Beige, Merck, MICA, Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Dark Blue, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE, FERRIC FERROCYANIDE

Colorona Chameleon, Merck, Cl 77491 (IRON OXIDES), MICA

Colorona Aborigine Amber, Merck, MICA, Cl 77499 (IRON OXIDES), Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE)

Colorona Blackstar Blue, Merck, Cl 77499 (IRON OXIDES), MICA

Colorona Patagonian Purple, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES), Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), Cl 77510 (FERRIC FERROCYANIDE)

Colorona Red Brown, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES), Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE) Colorona Russet, Merck, Cl 77491 (TITANIUM DIOXIDE), MICA, Cl 77891 (IRON OXIDES) Colorona Imperial Red, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE (Cl 77891 ), D&C RED NO. 30 (Cl 73360) Colorona Majestic Green, Merck, Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), MICA, Cl 77288 (CHROMIUM OXIDE GREENS)

Colorona Light Blue, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE (Cl 77891 ) , FERRIC FERROCYANIDE (Cl 77510) Colorona Red Gold, Merck, MICA, Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), Cl 77491 (IROr

Colorona Gold Plus MP 25, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE (Cl 77891 ), IRON OXIDES (Cl

77491 )

Colorona Carmine Red, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE, CARMINE

Colorona Blackstar Green, Merck, MICA, Cl 77499 (IRON OXIDES)

Colorona Bordeaux, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Bronze, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Bronze Fine, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Fine Gold MP 20, Merck, MICA, Cl 77891 (TITANIUM DIOXIDE), Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Sienna Fine, Merck, Cl 77491 (IRON OXIDES), MICA

Colorona Sienna, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

Colorona Precious Gold, Merck, Mica, Cl 77891 (Titanium dioxide), Silica, Cl 77491 (lron oxides), Tin oxide

Colorona Sun Gold Sparkle MP 29, Merck, MICA, TITANIUM DIOXIDE, IRON OXIDES, MICA, Cl 77891 , Cl 77491 (EU)

Colorona Mica Black, Merck, Cl 77499 (Iran oxides), Mica, Cl 77891 (Titanium dioxide)

Colorona Bright Gold, Merck, Mica, Cl 77891 (Titanium dioxide), Cl 77491 (lron

oxides)

Colorona Blackstar Gold, Merck, MICA, Cl 77499 (IRON OXIDES)

Weiterhin besonders bevorzugte Farbpigmente mit der Handelsbezeichnung Unipure® sind beispielsweise:

Unipure Red LC 381 EM, Sensient Cl 77491 (Iran Oxides), Silica

Unipure Black LC 989 EM, Sensient, Cl 77499 (Iran Oxides), Silica

Unipure Yellow LC 182 EM, Sensient, Cl 77492 (Iran Oxides), Silica

Abhängig davon, welche Farbveränderung auf der Kertinfaser erwünscht wird, können das oder die Farbpigmente (b) in unterschiedlichen Mengen eingesetzt werden. Je mehr Farbpigment eingesetzt wird, desto höher ist generell das Ausmaß der Farbveränderung. Ab einer bestimmten Einsatzmenge läuft jedoch die Haftung der Pigmente an der Keratinfaser gegen einen Grenzwert, ab welchem es nicht mehr möglich ist, das Ausmaß der Farbveränderung durch weitere Erhöhung der eingesetzten Pigmentmenge zu steigern.

In diesem Zusammenhang hat sich herausgestellt, dass bei Einsatz der erfindungsgemäßen Polymere (c) - insbesondere der genannten bevorzugten und besonders bevorzugten Vertreter - auf der Keratinfaser ein Film ausgebildet werden kann, der die Pigmente in besonders großen Mengen auf der Keratinfaser haften lässt. Die erfindungsgemäßen Mittel können die Farbpigmente (b) daher in einer Gesamtmenge von 1 ,0 bis 25,0 Gew-%, bevorzugt von 5,0 bis 20,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von 7,0 bis 18,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 8,5 bis 15,5 Gew.-% enthalten. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßen Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - ein oder mehrere Farbpigmente (b) in einer Gesamtmenge von 1 ,0 bis 25,0 Gew-%, bevorzugt von 5,0 bis 20,0 Gew.- %, weiter bevorzugt von 7,0 bis 18,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 8,5 bis 15,5 Gew.-% enthält.

Als dritten erfindungswesentlichen Bestandteil (c) enthalten die Mittel zur temporären Farbveränderung von Keratinfasern mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel I) enthält,

Unter Polymeren werden Makromoleküle mit einem Molekulargewicht von mindestens 1000 g/mol, bevorzugt von mindestens 2500 g/mol, besonders bevorzugt von mindestens 5000 g/mol, verstanden, welche aus gleichen, sich wiederholenden organischen Einheiten bestehen. Synthetische Polymere werden durch Polymerisation eines Monomertyps oder durch Polymerisation von verschiedenen, strukturell voneinander unterschiedlichen Monomertypen hergestellt. Wird das Polymer durch Polymerisation eines Monomertyps hergestellt, spricht man von Homo-Polymeren. Werden strukturell unterschiedliche Monomertypen in der Polymerisation eingesetzt, wird das resultierende Polymer als Copolymer bezeichnet.

Das maximale Molekulargewicht des Polymers hängt von dem Polymerisationsgrad (Anzahl der polymerisierten Monomere) und der Ansatzgröße ab und wird durch die Polymerisationsmethode mitbestimmt. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, wenn das maximale Molekulargewicht des kationischen Polymers (d) nicht mehr als 107 g/mol, bevorzugt nicht mehr als 106 g/mol und besonders bevorzugt nicht mehr als 105 g/mol beträgt.

Unter kationischen Polymeren werden organische polymere Verbindungen verstanden, die ausschließlich kationische Ladungen in der Polymerkette bzw. im Polymergerüst tragen. Die kationischen Ladungen werden durch die Gegenwart entsprechender Äquivalente an Anionen, wie beispielsweise Chlorid, Bromid Methylsulfat, Acetat oder Sulfat, neutralisiert.

Zwitterionische Polymere tragen sowohl kationische als auch anionische Ladungen in der Polymerkette bzw. im Polymergerüst. Enthält das Polymer kationische und anionische Struktureinheiten in gleichen Moläquivalenten, so erfolgt der Ladungsausgleich bevorzugt ausschließlich durch diese im Polymer befindlichen Ladungen. Enthält das zwitterionische Polymer mehr kationische Struktureinheiten als anionische Struktureinheiten, so werden die überzähligen kationischen Ladungen durch die Gegenwart entsprechender Äquivalente an Anionen, wie beispielsweise Chlorid, Bromid Methylsulfat, Acetat oder Sulfat, neutralisiert.

Enthält das zwitterionische Polymer mehr anionische Struktureinheiten als kationische Struktureinheiten, so werden die überzähligen anionischen Ladungen durch die Gegenwart entsprechender Äquivalente an Kationen, wie beispielsweise Natrium-, Kalium-, Magnesium-, Calcium, Ammonium- und/oder Trimethylammoniumkationen, neutralisiert.

Die kationischen und/oder zwitterionischen Polymere sind dann erfindungsgemäß, wenn sie mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I) umfassen. Polymere mit Struktureinheiten der Formel (I) könne beispielsweise durch Polymerisation von Dimethyldiallylammonium- salzen, wie beispielsweise Dimethyldiallylammoniumchlorid oder Dimethyldiallylammoniumbromid, erhalten werden.

Die Dimethyldiallylammoniumsalze können als einziges Monomer in der Polymerisation eingesetzt werden. Weiterhin kann die Polymerisation der Dimethyldiallylammoniumsalze auch zusammen mit anderen Monomeren wie beispielsweise (Meth)Acrylamid und/oder (Meth)Acrylsäure erfolgen. Die Struktureinheiten der Formel (I) stellen die Wiederholungseinheiten des Polymers dar, in der Regel enthält ein erfindungsgemäßes Polymer die Struktureinheiten der Formel (I) daher nicht nur einmal, sondern wiederholt.

Die in Struktur (I) mit einem Stern gekennzeichneten Positionen stellen die Verbindungspositionen zu den weiteren Struktureinheiten der Polymerkette dar. Beispielsweise können zwei aufeinanderfolgende Struktureinheiten (I) im Polymer wie folgt verknüpft sein:

Handelt es sich im vorgenannten Fall um ein kationisches Polymer, so wird diese Teilkette des Polymers dann durch zwei negative Ladungen - z.B. in Form von zwei Chloridanionen - neutralisiert.

Ganz besonders bevorzugt ist ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens 35,0 Gew.-% Ethanol

(b) mindestens ein farbiges Pigment auf Mica- oder Glimmerbasis, das mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet ist,

(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I enthält,

wobei

- die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.

Als sehr gut geeignet haben sich in diesem Zusammenhang sowohl die Homopolymere von Diallyldimethylammoniumsalzen (insbesondere Diallyldimethylammoniumchlorid) als auch die Copolymere aus Diallyldimethylammoniumsalzen (insbesondere Diallyldimethylammoniumchlorid) und einem nichtionischen und/oder anionischen Comonomer erwiesen.

Hierbei hat sich jedoch gezeigt, dass die auf der Keratinfaser erzeugten Filme umso stabiler werden und die Pigmente umso besser an der Keratinfaser haften lassen, je höher der Molanteil an Struktureinheiten der Formel (I) ist. Somit können beispielsweise umso bessere Filme auf der Keratinfaser erzeugt werden, je höher der Molanteil an Diallyldimethylammoniumchlorid ist, der in der Polymerisation eingesetzt wird.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer (c) enthält, das zu mindestens 20 Mol-%, bevorzugt zu mindestens 25 Mol-%, weiter bevorzugt zu mindestens 30 Mol%, und besonders bevorzugt zu mindestens 80 Mol-% Struktureinheiten der Formel (I) enthält.

Gute reibechte temporäre Farbänderungen lassen sich auch erzielen, wenn ein kationisches und/oder zwitterionische Polymer (c) eingesetzt wird, welches zusätzlich mindestens eine Struktureinheit der Formel (II) und/oder mindestens eine Struktureinheit der Formel (III) enthält,

wobei

- der Rest R in jeder der Formeln unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder für eine Methylgruppe steht und

- der Rest M für ein Wasserstoffatom oder ein Äquivalent eines ein- oder mehrwertigen Kations von Natrium, Kalium, Magnesium oder Calcium steht.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßen Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer (c) enthält, welches zusätzlich mindestens eine Struktureinheit der Formel (II) und/oder mindestens eine Struktureinheit der Formel (III) enthält,

wobei

- der Rest R in jeder der Formeln unabhängig voneinander für ein Wasserstoffatom oder für eine Methylgruppe steht und

- der Rest M für ein Wasserstoffatom oder ein Äquivalent eines ein- oder mehrwertigen Kations von Natrium, Kalium, Magnesium oder Calcium steht.

Dementsprechend sind auch Mittel bevorzugt, die ein Copolymer aus

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Acrylamid

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Acrylsäure

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Acrylamid und Acrylsäure

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Methacrylamid

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Methacrylsäure

- Diallyldimethylammoniumchlorid mit Methacrylamid und Methacrylsäure

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Acrylamid

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Acrylsäure

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Acrylamid und Acrylsäure

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Methacrylamid

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Methacrylsäure

- Diallyldimethylammoniumbromid mit Methacrylamid und Methacrylsäure

Besonders gut geeignete Polymere werden beispielsweise unter dem Handelsnamen Merquat® von der Firma Ondeo Nalco kommerziell vertrieben. Dies sind beispielsweise: Merquat® 100 Poly(dimethyldiallylammoniumchlorid) (ca. 40% Festkörper;

Bezeichnung: Polyquaternium-6) (Ondeo Nalco)

Merquat® 280 Dimethyldiallylammoniumchlorid Acrylsäure Copolymer (ca.

Aktivsubstanz in Wasser; INCI-Bezeichnung: Polyquaternium (Ondeo-Nalco)

Merquat® 281 Dimethyldiallylammoniumchlorid Acrylsäure Copolymer (ca. 39-43%

Festkörper in Wasser; INCI-Bezeichnung: Polyquaternium-22) (Ondeo- Nalco)

Merquat® 295 Dimethyldiallylammoniumchlorid Acrylsäure Copolymer (ca. 35- 40%Festkörper in Wasser; INCI-Bezeichnung: Polyquaternium-22) (Ondeo-Nalco)

Merquat® 550 Dimethyldiallylammoniumchlorid Acrylamid Copolymer (ca. 8.1 -9.1 %

Aktivsubstanz in Wasser; INCI-Bezeichnung: Polyquaternium-7) (Ondeo-Nalco)

Merquat® Plus 3330 Dimethyldiallylammoniumchlorid Acrylsäure Acrylamid Terpolymer (ca.

9,5% Festkörper in Wasser; INCI-Bezeichnung: Polyquaternium-39) (Ondeo-Nalco)

Besonders bevorzugt ist daher weiterhin ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens 35,0 Gew.-% Ethanol

(b) mindestens ein farbiges Pigment auf Mica- oder Glimmerbasis, das mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet ist,

(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, das aus der Gruppe Polyquaternium-6, Polyquaternium-7, Polyquaternium-22 und/oder Polyquaternium-39 ausgewählt wird, wobei

- die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.

Die besten Ergebnisse wurden mit kationischen Polymeren (c) erhalten.

In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es als Polymer (c) ein kationisches Polymer enthält.

Ganz besonders bevorzugt ist daher weiterhin ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens 35,0 Gew.-% Ethanol (b) mindestens ein farbiges Pigment auf Mica- oder Glimmerbasis, das mit einem oder mehreren Metalloxiden aus der Gruppe aus Titandioxid (Cl 77891 ), schwarzem Eisenoxid (Cl 77499), gelbem Eisenoxid (Cl 77492), rotem und/oder braunem Eisenoxid (Cl 77491 , Cl 77499), Manganviolett (Cl 77742), Ultramarine (Natrium-Aluminiumsulfosilikate, Cl 77007, Pigment Blue 29), Chromoxidhydrat (Cl 77289), Chromoxid (Cl 77288) und/oder Eisenblau (Ferric Ferrocyanide, Cl 77510) beschichtet ist, und

(c) Poly(dimethyldiallylammoniumchlorid) (d.h. Polyquaternium-6)

wobei die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt.

Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten das bzw. die Polymere (c) üblicherweise in einer Gesamtmenge von 0, 1 bis 10,0 Gew-%, bevorzugt von 0,5 bis 5,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von 0,8 bis 3,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 1 ,4 bis 2,6 Gew.-%. Hierbei beziehen sich die Mengenangaben in Gew.-% auf die Gesamtmenge aller Polymere (c), die zum Gesamtgewicht des Mittels in Relation gesetzt werden.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass es - bezogen auf sein Gesamtgewicht - ein oder mehrere kationische und/oder zwitterionische Polymere (c) in einer Gesamtmenge von 0, 1 bis 10,0 Gew-%, bevorzugt von 0,5 bis 5,0 Gew.-%, weiter bevorzugt von 0,8 bis 3,0 Gew.-% und besonders bevorzugt von 1 ,4 bis 2,6 Gew.-% enthält.

Für ein optimales Haftungsvermögen der Pigmente (b) an den Keratinfasern werden die Einsatzmengen von Farbpigmenten (b) und Polymeren (c) vorteilhafterweise aufeinander abgestimmt. Werden Farbpigmente (b) und Polymere (c) in einem Gewichtsverhältnis von 1 ,0 bis 6,0 eingesetzt, so kann der Großteil der Pigmente effektiv über den Polymerfilm gebunden und auf diese Weise an der Faser immobilisiert werden. Mit anderen Worten ist es von besonderem Vorteil, Farbpigmente (b) und Polymere (c) mindestens in gleichen Gesamtmengen einzusetzen, oder aber Einsatzmengen zu wählen, bei denen die Gesamtmenge der Farbpigmente (b) die Gesamtmenge der Polymere (c) höchstens um den Faktor 6 übersteigt. Bei dem angegebenen Gewichtsverhältnis (b)/(c) wird die im Mittel enthaltene Gesamtmenge der Farbpigmente (b) zu der im Mittel enthaltenen Gesamtmenge an Polymeren (c) in Relation gesetzt.

In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis aus allen im Mittel enthaltenden Farbpigmenten (b) zu allen im Mittel enthaltenen kationischen und zwitterionischen Polymeren (c), d.h. das Gewichtsverhältnis (b)/(c), bei einem Wert von 1 ,0 bis 6,0, bevorzugt von 2,0 bis 5,5, weiter bevorzugt von 2,5 bis 5,0 und besonders bevorzugt von 3,0 bis 4,5 liegt.

Beispiel: ein temporäres Färbemittel enthält

35,0 Gew.-% Wasser

(a) 40,0 Gew.-% Ethanol (b) 8,0 Gew.-% Colorona Bronze, Merck, MICA, Cl 77491 (IRON OXIDES)

(c) 2,0 Gew.-% Polyquaternium-6

weitere Inhaltsstoffe ad 100 Gew.-%

Gewichtsverhältnis (b)/(c) = 4,0

Die aus dem Stand der Technik bekannten Haar-Mascara Produkte enthalten in aller Regel Fettstoffe; diese Fettstoffe können ebenfalls einen Film auf den Keratinfasern bilden, welche die Pigmente nach der Anwendung vor dem Abrieb schützt.

Der wesentliche Nachteil der Fettstoffe ist jedoch, dass sie auf der Keratinfaser eine wenig vorteilhaften Haptik erzeugen, die sich insbesondere in einem Gefühl der Härte und des fettigen Haargefühls äußert. Die Keratinfasern wirken beschwert und vermitteln auch visuell den Eindruck von fettigem Haar.

Zur Vermeidung dieses Nachteils ist es ein kennzeichnendes und erfindungswesentliches Merkmal der erfindungsgemäßen Mittel, dass die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt. Unter„Fettstoffen" werden im Sinne der Erfindung organische Verbindungen mit einer Löslichkeit in Wasser bei Raumtemperatur (22 °C) und atmosphärischem Druck (760 mmHg) von weniger als 1 Gew.-%, bevorzugt von weniger als 0, 1 Gew.-% verstanden. Unter die Definition der Fettbestandteile fallen explizit nur ungeladene (d.h. nichtionische) Verbindungen. Geladene Verbindungen wie beispielsweise Fettsäuren und ihre Salze werden nicht als Fettbestandteil verstanden. Fettstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung besitzen mindestens eine gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit mindestens 12 C-Atomen. Enthalten die Fettstoffe eine ungesättigte Alkylgruppe, so kann diese eine oder mehrere Doppelbindungen besitzen. Das Molgewicht der Fettbestandteile liegt bei maximal 5000 g/mol, bevorzugt bei maximal 2500 g/mol und besonders bevorzugt bei maximal 1000 g/mol. Bei den Fettbestandteilen handelt es sich weder um polyoxyalkylierte noch um polyglycerylierte Verbindungen, d.h. Fettalkohole oder Fettsäuren, die mit mindestens zwei Oxyalkylgruppen bzw. mit mindestens zwei Glycerineinheiten verestert oder verethert sind, fallen nicht unter die Definition der Fettstoffe.

Unter die Fettstoffe (d) fallen Ci2-C3o-Fettalkohole. Ci2-C3o-Fettalkoholen sind gesättigte, ein- oder mehrfach ungesättigte, lineare oder verzweigte Fettalkohole mit 12 bis 30 C-Atomen handeln. Beispiele für Ci2-C3o-Fettalkohole sind Dodecan-1-ol (Dodecylalkohol, Laurylalkohol), Tetradecan- 1-ol (Tetradecylalkohol, Myristylalkohol), Hexadecan-1-ol (Hexadecylalkohol, Cetylalkohol, Palmitylalkohol), Octadecan-1-ol (Octadecylalkohol, Stearylalkohol), Arachylalkohol (Eicosan-1 -ol), Heneicosylalkohol (Heneicosan-1-ol) und/oder Behenylalkohol (Docosan-1-ol). Beispiele für verzweigte Fettalkohole sind 2-Octyl-dodecanol, 2-Hexyl-Dodecanol und/oder 2-Butyl-dodecanol. Unter die Fettstoffe (d) fallen auch Ci2-C3o-Fettsäuretriglyceride. Unter einem Ci2-C3o-Fettsäure- triglycerid wird der Triester des dreiwertigen Alkohols Glycerin mit drei Äquivalenten Fettsäure verstanden. Dabei können sowohl strukturgleiche als auch unterschiedliche Fettsäuren innerhalb eines Triglyceridmoleküls an den Esterbildungen beteiligt sein. Unter die Fettstoffe fallen auch C12- C30-Fettsäurediglyceride. Unter einem Ci2-C3o-Fettsäurediglycerid wird der Diester des dreiwertigen Alkohols Glycerin mit zwei Äquivalenten Fettsäure verstanden. Dabei können sowohl strukturgleiche als auch unterschiedliche Fettsäuren innerhalb eines Diglyceridmoleküls an den Esterbildungen beteiligt sein. Unter die Fettstoffe fallen auch C12-C30-Fettsäuremonoglyceride. Unter einem C12- C30-Fettsäuremonoglycerid wird der Monoester des dreiwertigen Alkohole Glyceirn mit einem Äquivalent Fettsäure verstanden.

Unter die Fettstoffe (d) fallen auch die Diester aus einem Äquivalent Ethylenglycol (1 ,2-Ethandiol) mit zwei Äquivalenten Fettsäure (Ethylenglycol-Difettsäureester). Dabei können sowohl strukturgleiche als auch unterschiedliche Fettsäuren an den Esterbindungen mit dem Ethylenglycol beteiligt sein.

Unter die Fettstoffe (d) fallen auch Wachse. Unter Wachsen werden die Ester von C12-C30- Fettsäuren mit C12-C30-Fettalkoholen verstanden.

Unter die Fettstoffe (d) fallen auch Kohlenwasserstoffe mit mindestens 12 C-Atomen. Kohlenwasserstoffe sind ausschließlich aus den Atomen Kohlenstoff und Wasserstoff bestehende Verbindungen. Beispiele für Kohlenwasserstoffe sind Mineralöle, flüssige Paraffinöle (z.B. Paraffinium Liquidum oder Paraffinum Perliquidum), Isoparaffinöle, halbfeste Paraffinöle, Paraffinwachse, Hartparaffin (Paraffinum Solidum), Vaseline und Polydecene.

Silikone sind von der Definition der Fettstoffe nicht umfasst.

Erfindungsgemäß ist demnach ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens einen aliphatischen und/oder aromatischen Alkohol mit 2 bis 8 C-Atomen

(b) mindestens ein Farbpigment und

(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I enthält,

wobei

- bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) aus der Gruppe der Ci2-C3o-Fettalkohole, der Ci2-C3o-Fettsäuretriglyceride, C12-C30- Fettsäurediglyceride, der Ci2-C3o-Fettsäuremonoglyceride, der Ethylenglycol-Difettsäureester, der Wachse und der Kohlenwasserstoffe bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-% liegt. Silikone sind von der Definition der Fettstoffe nicht umfasst.

Durch Einsatz bestimmter Rohstoffe können unter Umständen geringe Mengen an Fettstoffen in die erfindungsgemäßen Mittel eingeschleppt werden. Um das Haar möglichst wenig zu beschweren, ist es jedoch bevorzugt, den Einsatz der Fettstoffe (d) nach Möglichkeit so gering wie möglich zu halten. Bevorzugt ist es daher, wenn die Gesamtmenge der Fettstoffe (d) im Mittel bei einem Wert unterhalb von 2,0 Gew.-%, bevorzugt unterhalb von 1 ,5 Gew.-%, weiter bevorzugt unterhalb von 0,5 Gew.-% und besonders bevorzugt unterhalb von 0, 1 Gew.-% liegt. Die Gewichtsangaben beziehen sich hierbei auf die Gesamtmenge aller Fettstoffe (d), die zum Gesamtgewicht des Mittels in Relation gesetzt werden.

In einer weiteren ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtmenge aller im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d), insbesondere der Fettstoffe aus der Gruppe der Ci2-C3o-Fettalkohole, der Ci2-C3o-Fettsäure- triglyceride, Ci2-C3o-Fettsäurediglyceride, der Ci2-C3o-Fettsäuremonoglyceride, der Ethylenglycol- Difettsäureester, der Wachse und der Kohlenwasserstoffe bei einem Wert unterhalb von 2,0 Gew.- %, bevorzugt unterhalb von 1 ,5 Gew.-%, weiter bevorzugt unterhalb von 0,5 Gew.-% und besonders bevorzugt unterhalb von 0, 1 Gew.-% liegt.

Besonders bevorzugt ist auch ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens 35,0 Gew.-% Ethanol

(b) mindestens ein Farbpigment und

(c) mindestens ein kationisches und/oder zwitterionisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I enthält,

wobei

- bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) aus der Gruppe der Ci2-C3o-Fettalkohole, der Ci2-C3o-Fettsäuretriglyceride, C12-C30- Fettsäurediglyceride, der Ci2-C3o-Fettsäuremonoglyceride, der Ethylenglycol-Difettsäureester, der Wachse und der Kohlenwasserstoffe bei einem Wert unterhalb von 0,5 Gew.-% liegt.

Ganz besonders bevorzugt ist auch ein Mittel zur temporären Farbveränderung von keratinischen Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, enthaltend in einem wässrigen kosmetischen Träger

(a) mindestens 35,0 Gew.-% Ethanol

(b) mindestens ein Farbpigment und (c) mindestens ein kationisches Polymer, welches mindestens eine Struktureinheit der allgemeinen Formel (I) enthält,

wobei

- die Gesamtmenge der im Mittel enthaltenen Fettstoffe (d) aus der Gruppe der Ci2-C3o-Fettalkohole, der Ci2-C3o-Fettsäuretriglyceride, Ci2-C3o-Fettsäurediglyceride, der C12-C30- Fettsäuremonoglyceride, der Ethylenglycol-Difettsäureester, der Wachse und der Kohlenwasserstoffe bei einem Wert unterhalb von 0,5 Gew.-% liegt.

Die Mittel werden als wässrig-alkoholische Zubereitungen bereitgestellt. Gegebenenfalls kann den Mitteln zusätzlich eine oberflächenaktive Substanz zugesetzt werden, wobei solche oberflächenaktive Substanzen je nach Anwendungsgebiet als Tenside oder als Emulgatoren bezeichnet werden. Bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Mittel zusätzlich mindestens ein nichtionisches Tensid und/oder ein kationisches Tensid. Als wenig vorteilhaft hat sich der Einsatz von anionischen Tensiden herausgestellt.

Die erfindungsgemäßen Mittel können zusätzlich mindestens ein nichtionisches Tensid enthalten. Geeignete nichtionische Tenside sind Alkylpolyglykoside sowie Alkylenoxid-Anlagerungsprodukte an Fettalkohole und Fettsäuren mit jeweils 2 bis 30 Mol Ethylenoxid pro Mol Fettalkohol bzw. Fettsäure erwiesen. Zubereitungen mit guten Eigenschaften werden ebenfalls erhalten, wenn sie als nichtionische Tenside Fettsäureester von ethoxyliertem Glycerin enthalten, die mit mindestens 2 Mol Ethylenoxid umgesetzt wurden.

Die nichtionischen Tenside werden in Mengen von 0,1 bis 45 Gew.%, bevorzugt 1 bis 30 Gew.% und ganz besonders bevorzugt von 1 bis 15 Gew.% - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels

- eingesetzt.

Die erfindungsgemäßen Mittel können zusätzlich mindestens ein kationisches Tensid enthalten. Unter kationischen Tensiden werden Tenside, also grenzflächenaktive Verbindungen, mit jeweils einer oder mehreren positiven Ladungen verstanden. Kationische Tenside enthalten ausschließlich positive Ladungen. Üblicherweise sind diese Tenside aus einem hydrophoben Teil und einer hydrophilen Kopfgruppe aufgebaut, wobei der hydrophobe Teil in der Regel aus einem Kohlenwasserstoff-Gerüst (z.B. bestehend aus einer oder zwei linearen oder verzweigten Alkylketten) besteht, und die positive(n) Ladung(en) in der hydrophilen Kopfgruppe lokalisiert sind. Beispiele für Kationtenside sind

-quartäre Ammniumverbindungen, die als hydrophobe Reste ein oder zwei Alkylketten mit einer Kettenlänge von 8 bis 28 C-Atomen tragen können -quartäre Phosphoniumsalze, substituiert mit einer oder mehreren Alkylketten mit einer Kettenlänge von 8 bis 28 C-Atomen oder

- tertiäre Sulfonium-Salze.

Weiterhin kann die kationische Ladung auch in Form einer Onium-Struktur Bestandteil eines heterozyklischen Ringes (z.B. eines Imidazoliumringe oder einer Pyridiniumringes) sein.

Neben der funktionellen Einheit, welche die kationische Ladung trägt, kann das Kationtensid auch weitere ungeladene funktionelle Gruppen beinhalten, dies ist beispielsweise bei Esterquats der Fall. Die kationischen Tenside werden in Mengen von 0, 1 bis 45 Gew.%, bevorzugt 1 bis 30 Gew.% und ganz besonders bevorzugt von 1 bis 15 Gew.% - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - eingesetzt.

Der Einsatz von anionischen Tensiden hat sich im Hinblick auf die Abriebfestigkeit der Pigmente auf den Keratinfasern als negativ herausgestellt. Aus diesem Grund ist es bevorzugt, in den erfindungsgemäßen Mitteln keine anionischen Tenside einzusetzen.

Als anionische Tenside werden oberflächenaktive Mittel mit ausschließlich anionischen Ladungen (neutralisiert durch ein entsprechendes Gegenkation) bezeichnet.

Beispiele für anionische Tenside sind Fettsäuren, Alkylsulfate, Alkylethersulfate und Ethercarbon- säuren mit 12 bis 20 C-Atomen in der Alkylgruppe und bis zu 16 Glykolethergruppen im Molekül. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind erfindungsgemäße Mittel dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtmenge aller im Mittel enthaltenen anionischen Tenside bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-%, bevorzugt unterhalb von 1 ,5 Gew.-%, weiter bevorzugt unterhalb von 0,5 Gew.-% und besonders bevorzugt unterhalb von 0,1 Gew.-% liegt - wobei alle Mengenangaben auf das Gesamtgewicht des Mittels bezogen sind.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind erfindungsgemäße Mittel dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtmenge aller im Mittel enthaltenen anionischen Tenside aus der Gruppe der Fettsäuren, Alkylsulfate, Alkylethersulfate und Ethercarbonsäuren bei einem Wert unterhalb von 2,5 Gew.-%, bevorzugt unterhalb von 1 ,5 Gew.-%, weiter bevorzugt unterhalb von 0,5 Gew.-% und besonders bevorzugt unterhalb von 0, 1 Gew.-% liegt - wobei alle Mengenangaben auf das Gesamtgewicht des Mittels bezogen sind.

Die erfindungsgemäßen Mittel können weiterhin mindestens ein zwitterionisches und/oder amphoteres Tensid enthalten.

Geeignete zwitterionische Tenside sind Betaine, N-Alkyl-N,N-dimethylammonium-glycinate, N-Acyl- aminopropyl-N,N-dimethylammoniumglycinate, und 2-Alkyl-3-carboxymethyl-3-hydroxyethyl- imidazoline. Ein bevorzugtes zwitterionisches Tensid ist unter der INCI-Bezeichnung Cocamidopropyl Betaine bekannt.

Geeignete amphotere Tenside sind N-Alkylglycine, N-Alkylpropionsäuren, N-Alkylaminobuttersäu- ren, N-Alkyliminodipropionsäuren, N-Hydroxyethyl-N-alkylamidopropylglycine, N-Alkyltaurine, N- Alkylsarcosine, 2-Alkylaminopropionsäuren und Alkylaminoessigsäuren. Besonders bevorzugte amphotere Tenside sind N-Kokosalkylaminopropionat, as Kokosacylaminoethylaminopropionat und Ci2-Ci8-Acylsarcosin.

Die amphotern und/oder zwitterionischen Tenside werden in Mengen von 0, 1 bis 45 Gew.%, bevorzugt 1 bis 30 Gew.% und ganz besonders bevorzugt von 1 bis 15 Gew.% - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - eingesetzt.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Mittel besteht darin, dass sie sich in vielfältiger Form konfektionieren lassen. Bei Applikation über einen Schwamm oder über eine kleine Bürste können sehr gleichmäßige Farbeffekte und reibechte Färbungen erzielt werden. Ebenso ist es jedoch auch möglich, die erfindungsgemäßen Mittel als Spray zu konfektionieren. Insbesondere auch die durch die Spray-Applikation erhaltenen Färbungen zeichnen sich durch eine sehr hohe Gleichmäßigkeit aus.

Abhängig von der gewählten Applikationsform werden die erfindungsgemäßen Mittel auf eine bestimmte Viskosität eingestellt. Dies erfolgt üblicherweise durch den Einsatz eines oder mehrerer Verdicker. Bezüglich dieser Verdickungsmittel bestehen keine prinzipiellen Einschränkungen. Es können sowohl organische als auch rein anorganische Verdickungsmittel zum Einsatz kommen. Geeignete Verdickungsmittel sind anionische, synthetische Polymere; kationische, synthetische Polymere; natürlich vorkommende Verdickungsmittel, wie nichtionische Guargums, Skleroglucan- gums oder Xanthangums, Gummi arabicum, Ghatti-Gummi, Karaya-Gummi, Tragant-Gummi, Carrageen-Gummi, Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl, Pektine, Alginate, Stärke-Fraktionen und Derivate wie Amylose, Amylopektin und Dextrine, sowie Cellulosederivate, wie beispielsweise Methylcellulose, Carboxyalkylcellulosen und Hydroxyalkylcellulosen; nichtionische, vollsynthetische Polymere, wie Polyvinylalkohol oder Polyvinylpyrrolidinon; sowie anorganische Verdickungsmittel, insbesondere Schichtsilikate wie beispielsweise Bentonit, besonders Smektite, wie Montmorillonit oder Hectorit.

Besonders einfach und reproduzierbar lässt sich die Viskosität der Mittel durch Polysaccharide, insbesondere Polysaccharide aus der Gruppe der Carboxy-C1-C6-alkyl-cellulosen, der Hydroxy- C2-C8-alkylcellulosen, der Alginsäuren und/oder Xanthan Gum, einstellen.

Durch Variation der eingesetzten Polysaccharidmenge kann das Mittel sowohl als Gel für die Bürsten- bzw. Schwammapplikation oder aber auch als niedrigviskose, sprühbare Lösung konfektioniert werden. Die anderen Rezepturbestandteile bzw. ihre Einsatzmengen müssen hierbei nicht angepasst werden. Dies ist insbesondere bei der Produktion der Mittel von Vorteil.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel daher dadurch gekennzeichnet, dass es als Verdicker zusätzlich mindestens ein Polysaccharid aus der Gruppe der Carboxy-Ci-C6-alkyl-cellulosen, der Hydroxy-C2-C8-alkylcellulosen, der Alginsäuren und/oder Xanthan Gum enthält.

In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein erfindungsgemäßes Mittel dadurch gekennzeichnet, dass es als Verdicker zusätzlich mindestens ein Polysaccharid aus der Gruppe der der Hydroxy-C2-C8-alkylcellulosen enthält. Der oder die Verdicker können in den erfindungsgemäßen Mitteln in einer Gesamtmenge von 0,1 bis 4,5 Gew.-%, bevorzugt von 0,15 bis 3,5 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,2 bis 2,0 Gew.-% - bezogen auf das Gesamtgewicht des Mittels - eingesetzt werden.

Zur Einstellung des pH-Wertes können die erfindungsgemäßen Mittel ein oder mehrere Alkalisierungsmittel enthalten. Die zur Einstellung der gewünschten pH-Werte erfindungsgemäß verwendbaren Alkalisierungsmittel können aus der Gruppe, die gebildet wird aus Ammoniak, Alkanolaminen, basischen Aminosäuren, sowie anorganischen Alkalisierungsmitteln wie (Erd- )Alkalimetallhydroxiden, (Erd-)Alkalimetallmetasilikaten, (Erd-)Alkalimetallphosphaten und (Erd- )Alkalimetallhydrogenphosphaten, ausgewählt werden. Zur Einstellung des pH-Wertes können die erfindungsgemäßen Mittel ein oder mehrere Säuren aus enthalten. Geeignete Säuren sind beisielsweise organische Säuren wie alpha-Hydroxycarbonsäuren oder anorganische Säuren. Weiterhin können die Mittel ein oder mehrere nichtionische Polymere enthalten.

Geeignete nichtionogene Polymere sind beispielsweise:

Vinylpyrrolidon/Vinylester-Copolymere, wie sie beispielsweise unter dem Warenzeichen Luviskol® (BASF) vertrieben werden. Luviskol® VA 64 und Luviskol® VA 73, jeweils Vinylpyrrolidon/Vinylacetat-Copolymere, sind ebenfalls bevorzugte nichtionische Polymere. Stärke und deren Derivate, insbesondere Stärkeether, beispielsweise Structure® XL (National Starch), eine multifunktionelle, salztolerante Stärke;

Schellack

Polyvinylpyrrolidone, wie sie beispielsweise unter der Bezeichnung Luviskol® (BASF) vertrieben werden.

Ferner können die erfindungsgemäßen Mittel weitere Wirk-, Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, wie beispielsweise lineare kationische Polymere wie quaternisierte Celluloseether, Polysiloxane mit qua- ternären Gruppen, mit Diethylsulfat quaternierte Dimethylamino-ethylmethacrylat-Vinylpyrrolidinon- Copolymere, Vinylpyrrolidinon-lmidazolinium-methochlorid-Copolymere und quaternierter Polyvinyl- alkohol; zwitterionische und amphotere Polymere (die von den erfindungsgemäßen Polymeren verschieden sind); anionische Polymere wie beispielsweise Polyacrylsäuren oder vernetzte Poly- acrylsäuren; Strukturanten wie Glucose, Maleinsäure und Milchsäure, haarkonditionierende Verbindungen wie Phospholipide, beispielsweise Lecitin und Kephaline; Parfümöle, Dimethyliso- sorbid und Cyclodextrine; faserstrukturverbessernde Wirkstoffe, insbesondere Mono-, Di- und Oligosaccharide wie beispielsweise Glucose, Galactose, Fructose, Fruchtzucker und Lactose; Farbstoffe zum Anfärben des Mittels; Antischuppenwirkstoffe wie Piroctone Olamine, Zink Omadine und Climbazol; Aminosäuren und Oligopeptide; Proteinhydrolysate auf tierischer und/oder pflanzlicher Basis, sowie in Form ihrer Fettsäure-Kondensationsprodukte oder gegebenenfalls anionisch oder kationisch modifizierten Derivate; Lichtschutzmittel und UV-Blocker; Wirkstoffe wie Panthenol, Pantothensäure, Pantolacton, Allantoin, Pyrrolidinoncarbonsäuren und deren Salze sowie Bisabolol; Polyphenole, insbesondere Hydroxyzimtsäuren, 6,7-Dihydroxycumarine, Hydroxybenzoesäuren, Catechine, Tannine, Leukoanthocyanidine, Anthocyanidine, Flavanone, Flavone und Flavonole; Ceramide oder Pseudoceramide; Vitamine, Provitamine und Vitaminvorstufen; Pflanzenextrakte; Fette und Wachse wie Fettalkohole, Bienenwachs, Montanwachs und Paraffine; Quell- und Penetrationsstoffe wie Glycerin, Propylenglykolmonoethylether, Carbonate, Hydrogencarbonate, Guanidine, Harnstoffe sowie primäre, sekundäre und tertiäre Phosphate; Trübungsmittel wie Latex, Styrol/PVP- und Styrol/Acrylamid-Copolymere sowie PEG-3-distearat; Treibmittel wie Propan-Butan-Gemische, N20, Dimethylether, CO2 und Luft.

Die Auswahl dieser weiteren Stoffe wird der Fachmann gemäß der gewünschten Eigenschaften der Mittel treffen. Bezüglich weiterer fakultativer Komponenten sowie der eingesetzten Mengen dieser Komponenten wird ausdrücklich auf die dem Fachmann bekannten einschlägigen Handbücher verwiesen. Die zusätzlichen Wirk- und Hilfsstoffe werden in den erfindungsgemäßen Mitteln bevorzugt in Mengen von jeweils 0,0001 bis 25 Gew.-%, insbesondere von 0,0005 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der jeweiligen Mittel, eingesetzt.

Die erfindungsgemäßen Produkte können beispielsweise in Form eines Gels, eines Sprays, eines Aerosols oder eines Pumpschaums konfektioniert werden. Je nach Anwendungsform werden sie daher bevorzugt in einer Tube, einem Container, einer Flasche, einer Dose, einem Druckbehälter oder in einem Behälter mit Pump-Spray Applikator abgefüllt.

Wenn die Produkte in Spray-Form appliziert werden, lassen sich die Pigmente besonders gleichmäßig auf die Keratinfasern auftragen. Die Konfektionierung als Aerosol oder als Pump-Spray ist daher ganz besonders bevorzugt.

In der vorgenannten bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Produkt einen Druckbehälter. Als Druckgasbehälter kommen Gefäße aus Metall (Aluminium, Weißblech, Zinn), geschütztem bzw. nicht-splitterndem Kunststoff oder aus Glas, das außen mit Kunststoff beschichtet ist, in Frage, bei deren Auswahl Druck- und Bruchfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, leichte Füllbarkeit wie auch ästhetische Gesichtspunkte, Handlichkeit, Bedruckbarkeit etc. eine Rolle spielen. Spezielle Innenschutzlacke können die Korrosionsbeständigkeit gegenüber der im Druckbehälter enthaltenen Zubereitung gewährleisten.

Wenn das erfindungsgemäße Produkt über einen Druckbehälter appliziert wird, enthalten die Mittel zusätzlich mindestens ein Treibgas aus der Gruppe Propan, Propen, n-Butan, iso-Butan, iso-Buten, n-Pentan, Penten, iso-Pentan, iso-Penten, Luft, Stickstoff, Argon, N2O und/oder CO2.

Innerhalb dieser Gruppe sind die permanenten Gase Luft, Stickstoff, Argon, N2O und/oder CO2 bevorzugt, ganz besonders bevorzugt sind Stickstoff, Argon und/oder CO2.

Weiterhin können die erfindungsgemäßen Mittel auch in Form eines Pump-Sprays zur Anwendung gebracht werden. Geeignete Behälter mit Pumpe oder Squeeze-Mechanismus sind beispielsweise im Handel erhältlich von der Firma Rexam SMT oder Seaquist.

Bei der Anwendung in Form eines Pump-Sprays oder in Form eines Aerosol-Sprays kann der Anwender die erfindungsgemäßen Mittel direkt auf das trockene Haar aufsprühen und auf diesem Wege die gewünschte temporäre Farbänderung erzeugen.

Hierbei kann der Anwender zunächst - beispielsweise durch Kämmen, Toupieren, oder durch die Anwendung eines Lockenstabs - seine Frisur in Form bringen und dann das erfindungsgemäße Mittel aufsprühen. Ebenfalls möglich ist es, zunächst das erfindungsgemäße Mittel aufzusprühen und danach oder währenddessen die Frisur durch die vorgenannten Methoden in Form zu bringen. Ein zweiter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur temporären Farb- und Formveränderung von Haaren, worin ein Mittel des ersten Erfindungsgegenstandes, welches in Form eines Pump-Sprays oder Aerosol-Sprays konfektioniert ist, auf die trockenen Haare gesprüht wird und das Haar vor oder während der Applikation zur Frisur gelegt wird.

Bezüglich weiterer bevorzugter Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens gilt mutatis mutandis das zu den erfindungsgemäßen Mitteln Gesagte.

Beispiele

Es wurden die folgenden Formulierungen hergestellt - alle Angaben erfolgen, sofern nicht anders angegeben, in Gewichtsprozent (Aktivsubstanz).

1. Schwamm Applikation

Die Formulierung wurde mittels eines Schwämmchens auf eine trockene Haarsträhne (Kerling dunkelblond) aufgetragen. Es wurde eine gleichmäßig gefärbte Strähne mit goldenem Schimmer erhalten.

2. Bürsten Applikation

Gew.-%

Stearamidopropyldimethylamin 1 ,3

Milchsäure 0,3

Polyquaternium-6 (Homopolymer aus Diallyldimethylammonium-

2,0

chlorid)

Glycerin 2,0

Cetyltrimethylammoniumchlorid 0,45

PEG-7 Glyceryl Cocoat 2,0

Hydroxyethylcellulose 2,0 Colorona Precious Gold (Merck, Mica, Cl 77891 (Titanium

8,5

dioxide), Silica, Cl 77491 (Iron oxides), Tin oxide)

Ethanol 51

Wasser ad 100

Die Formulierung wurde mit einer kleinen Bürste auf eine trockene Haarsträhne (Kerling dunkelblond) aufgetragen. Es wurde eine gleichmäßig gefärbte Strähne mit goldenem Schimmer erhalten.

3. Spray Applikation

Die Formulierung wurde in einen Pump-Spray Zerstäuber eingefüllt und auf eine trockene Haarsträhne (Kerling dunkelblond) aufgesprüht. Es wurde eine gleichmäßig gefärbte Strähne mit goldenem Schimmer erhalten.

Patent Citations
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Classifications
International ClassificationA61K8/81, A61K8/34, A61Q5/06
Cooperative ClassificationA61Q5/065, A61K8/345, A61K8/34, A61K2800/43, A61K8/817
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